Worte wie Conversion, Funnel oder Engagement fliegen uns täglich um die Ohren. Doch was steckt wirklich hinter diesen Begriffen, die in jedem Marketing Meeting und auf jeder Folie auftauchen?
Von Ralf Stöckli

«Sprache ist die Kleidung der Gedanken.»
Samuel Johnson (englischer Autor und Sprachdenker, 1709 – 1784)
Manchmal scheint es, als würde das digitale Marketing seine eigene Sprache sprechen. Eine Sprache aus englischen Begriffen, die glänzen und gleichzeitig verwirren. Damit wir wissen, was gemeint ist, lohnt sich ein Blick hinter die Kulisse.
Conversion klingt wie ein Zauberwort. In Wahrheit beschreibt es nichts anderes als den Moment, in dem ein Mensch eine gewünschte Handlung vollzieht – zum Beispiel ein Produkt kauft oder sich für einen Newsletter einträgt. Aus Interesse wird Teilnahme, aus Klicks werden Kunden.
Dann gibt es den Funnel, ein Begriff, der eher nach Küchenutensil klingt als nach Strategie. Doch hier geht es um das Selektionsprinzip im Marketing: von der breiten Aufmerksamkeit am oberen Ende bis zur konkreten Entscheidung am unteren. Wer den Funnel versteht, versteht den Weg, den Menschen gehen, bevor sie kaufen.
Engagement ist das Lieblingskind der sozialen Medien. Es misst, wie stark eine Zielgruppe reagiert, kommentiert, teilt und liebt. Zahlen werden zu Emotionen, Statistiken zu Stimmungen. Denn wer Engagement weckt, baut eine Beziehung und keine blosse Reichweite.
Der Begriff Content lebt von seiner Doppeldeutigkeit. Er meint nicht nur den Inhalt, sondern auch die Haltung. Guter Content spricht nicht über sich selbst, sondern über das, was Menschen bewegt.
Vielleicht ist das die grösste Erkenntnis der digitalen Sprache: Hinter jedem Fachbegriff steckt ein Stück menschliches Verhalten. Und wer Marketing wirklich versteht, spricht am Ende nicht Englisch, sondern Empathie.