Die digitale Welt ist in ständiger Bewegung, und Social Media bleibt ein zentraler Bestandteil der Kommunikationsstrategie von Unternehmen und Organisationen. Die aktuelle «Bernet ZHAW Studie Social Media Schweiz 2026» bietet spannende Einblicke in die Nutzung, Herausforderungen und Zukunftsperspektiven sozialer Medien in der Schweiz. Für die gutkommuniziert.ch-Community haben wir hier die wichtigsten Erkenntnisse und Trends zusammengetragen.
Von Ralf Stöckli

Mit einer beeindruckenden Beteiligungsrate von 96 Prozent zeigt die «Bernet ZHAW Studie Social Media Schweiz 2026», dass Social Media auch im Geschäftskontext etabliert ist. Die meisten Organisationen sind routiniert unterwegs: 85 Prozent der Befragten sind seit mehr als drei Jahren aktiv, 60 Prozent sogar seit über sechs Jahren. Social Media hat sich für viele Unternehmen und Organisationen als unverzichtbares Kommunikationsmittel etabliert. Sichtbarkeit, Vertrauen und Imagepflege stehen dabei ganz oben auf der Prioritätenliste.
LinkedIn und TikTok: Die neuen Stars der Plattformen
Die Wahl der Plattformen hat sich in den letzten Jahren gewandelt. LinkedIn ist mittlerweile die meistgenutzte Business-Plattform, während TikTok zunehmend an Bedeutung gewinnt. Unternehmen, Non-Profit-Organisationen und öffentliche Institutionen setzen verstärkt auf die kreative und visuelle Kraft von TikTok, um ihre Zielgruppen zu erreichen. Instagram und YouTube bleiben weiterhin starke Player, während Facebook langsam an Bedeutung verliert.
Strategie und Integration: Der Schlüssel zum Erfolg
Die strategische Planung von Social-Media-Aktivitäten hat einen neuen Höchststand erreicht: 92 Prozent der befragten Organisationen verfügen über eine schriftliche Strategie. Dabei wird Social Media zunehmend in die Markenkommunikation, das Marketing und das Personalmanagement integriert.

Die Hauptziele des Employer Brandings
Besonders das Employer Branding hat auf Social Media an Bedeutung gewonnen, da Unternehmen verstärkt Mittel einsetzen, um als attraktive Arbeitgeber wahrgenommen zu werden.
- Attraktivität als Arbeitgeber steigern. Unternehmen möchten sich als innovative und attraktive Arbeitgeber positionieren, um qualifizierte Fachkräfte anzuziehen und sich im Wettbewerb um Talente zu behaupten.
- Gewinnung neuer Mitarbeitender. Social Media wird gezielt genutzt, um potenzielle Bewerberinnen und Bewerber anzusprechen und für offene Stellen zu begeistern.
- Mitarbeiterbindung fördern. Durch eine starke Arbeitgebermarke sollen bestehende Mitarbeitende motiviert und langfristig an das Unternehmen gebunden werden.
- Positive Wahrnehmung und Vertrauen schaffen. Employer Branding zielt darauf ab, das Vertrauen in die Marke zu stärken und ein positives Image zu vermitteln, das die Unternehmenskultur und Werte widerspiegelt.

Bezahlte Werbung: Meta Ads dominieren
Die Studie zeigt, dass bezahlte Werbung auf Social Media weiterhin eine zentrale Rolle spielt. Meta Ads (Facebook und Instagram) sind die beliebtesten Kanäle, gefolgt von Google Ads und LinkedIn Ads. TikTok und YouTube Ads haben ebenfalls an Bedeutung gewonnen. Interessant ist, dass 60 Prozent der Befragten regelmässig – täglich oder wöchentlich – Ads schalten, um Reichweite, Traffic und Leads zu generieren.
KI: Der neue Gamechanger
Künstliche Intelligenz (KI) hat sich als unverzichtbares Werkzeug in der Social-Media-Kommunikation etabliert. Rund 90 Prozent der befragten Organisationen nutzen KI-Tools wie ChatGPT und Microsoft CoPilot, vor allem um Textideen zu generieren, sowie beim Redigieren und Übersetzen von Texten. Auch die Bildgenerierung und Themenfindung mit Hilfe von KI gewinnen an Bedeutung. KI wird zunehmend als strategisches Hilfsmittel gesehen, um die Effizienz und Kreativität in der Content-Erstellung zu steigern.
Herausforderungen: Fake-Inhalte und Vertrauen
Die grösste Sorge der Befragten ist der Umgang mit Fake-Inhalten und Scam durch KI. Diese Herausforderungen könnten die Glaubwürdigkeit von Social Media beeinträchtigen. Auch die grosse Anzahl an Plattformen und das wachsende Bewusstsein für Offline-Zeiten werden als potenzielle Hindernisse genannt. Dennoch bleibt die Datensicherheit ein weniger dominierendes Thema als in früheren Jahren.
Zukunftsperspektiven: Social Media als strategisches Herzstück
Die Studie zeigt, dass Social Media in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen wird. Besonders im Personalmarketing und in der Imagepflege sehen die Befragten grosses Potenzial. Die Integration von Social Media in alle Unternehmensbereiche wird als entscheidender Schritt für die Zukunft betrachtet. Gleichzeitig bleibt die Herausforderung bestehen, die Balance zwischen Aufwand und Nutzen zu finden – eine Aufgabe, die besonders kleinere Organisationen kritisch sehen.
Der Aufwand scheint sich gemäss der Studie aber zu lohnen: Die Zukunft gehört denjenigen, die Social Media nicht nur als Werkzeug, sondern als strategisches Herzstück ihrer Kommunikation begreifen. Die nächsten Jahre werden zeigen, welche Organisationen die Chancen nutzen und die Herausforderungen meistern können.