Was passiert, wenn Sie Ihr eigenes Geschäftsmodell absichtlich zerstören? Klingt hart, bringt aber oft genau die Erkenntnisse, die echte Innovation braucht. Die Methode «Kill Your Company» hilft dabei, Risiken früh zu erkennen und neue Chancen zu gestalten – bevor jemand anders es tut.
Von Ralf Stöckli

Die Unternehmenszukunft radikal hinterfragen
Innovation bedeutet weniger, glänzende Ideen zu spinnen, sondern vielmehr, unbequeme Fragen zu stellen. Eine davon ist die vielleicht wichtigste von allen. Was, wenn jemand morgen Ihr Geschäft überflüssig macht?
Genau hier setzt die Methode «Kill Your Company» an. Sie lädt dazu ein, das eigene Unternehmen gedanklich vom Markt zu fegen. Klingt brutal, ist aber hoch wirksam. Nur wer versteht, wie er sterben könnte, erkennt, was es zu verändern gilt.
Schritt 1 – Feinde im eigenen Revier erkennen
Stellen Sie sich vor, Sie führen ein Liftunternehmen, das Aufzüge in Gebäuden wartet und betreut. Dann lohnt sich die Frage, wer Ihnen in Zukunft gefährlich werden könnte. Vielleicht ist es ein Start-up mit KI-gestützter Wartung. Vielleicht ein Tech-Anbieter, der Lifte vollständig sensorbasiert und ferngesteuert betreibt, ohne klassisches Servicepersonal. Oder ein Gebäudeverwalter, der eigene Systeme entwickelt, um Kosten zu senken.
Wichtig ist, weiter zu denken als bis zur nächsten Konkurrenzanalyse. Wer könnte in fünf Jahren auf dem Spielfeld stehen, obwohl ihn heute noch kaum jemand kennt?
Schritt 2 – Katastrophen entwerfen, bevor sie passieren
Nehmen wir an, gesetzliche Anforderungen verändern sich, Sensoren müssen neu zertifiziert werden, der Stromverbrauch gerät stärker unter Druck oder Gebäude werden grundsätzlich anders geplant, etwa mit weniger Liftbedarf. All das kann Ihr Geschäftsmodell ins Wanken bringen. In dieser Phase geht es darum, Risiken nicht zu beschönigen, sondern konsequent durchzuspielen.
- Neue Technologien können Ihr Angebot überflüssig machen.
- Politische Entscheide können Dienstleistungen verteuern.
- Umweltfaktoren oder Energiepreise verändern das Marktumfeld.
- Gesellschaftliche Trends schaffen neue Erwartungen an Komfort und Nachhaltigkeit.
Schritt 3 – Kundenbedürfnisse auf Zukunft prüfen
Was passiert, wenn Liftbesitzer keinen klassischen Servicevertrag mehr wollen, sondern nur noch garantierte Verfügbarkeit gegen eine monatliche Pauschale? Was, wenn nicht mehr Ersatzteile gefragt sind, sondern reine Betriebszeit? Oder wenn Gebäude digital vernetzt sind und Wartung immer stärker vorhersehbar wird?
Hier braucht es Ehrlichkeit. Für wen haben Ihre heutigen Leistungen in Zukunft keinen Wert mehr, und warum? Genau diese Frage hilft Ihnen, das eigene Angebot mit Abstand zu betrachten und neue Bedürfnisse früh zu erkennen.
Schritt 4 – Das neue Modell gestalten
Jetzt wird das Spiel spannend. Statt sich von der Vorstellung lähmen zu lassen, dass Ihr Liftservice an Bedeutung verlieren könnte, entwickeln Sie aktiv eine Lösung, bevor es andere tun. Vielleicht wird aus Ihrem Serviceunternehmen eine Predictive Maintenance Plattform, die Ausfälle erkennt, bevor sie entstehen. Oder Sie entwickeln Abo-Modelle, die garantierte Funktionszeiten statt Reparaturstunden verkaufen.
Auch Partnerschaften mit Architekturbüros können sinnvoll sein, damit Lifte schon in der Planung intelligenter mitgedacht werden. Ebenso kann sich ein gezielter Kompetenzaufbau lohnen, etwa in Datenanalyse, Energieeffizienz oder Smart Mobility. Entscheidend ist, dass jede Idee auf einer klaren Erkenntnis basiert.
Sie haben Ihr eigenes Modell infrage gestellt und daraus einen Schritt nach vorn gemacht.
Warum Zukunftsarbeit Mut braucht
Innovation ist kein Zufallsprodukt, sondern ein Trainingsprozess für das Denken. «Kill Your Company» zwingt Unternehmen, ihre Komfortzone zu verlassen, und macht den Blick frei für das, was sonst nur Krisen sichtbar machen würden.
Die Erfahrung zeigt, dass Firmen, die diesen Prozess ernst nehmen, nicht nur neue Ideen schaffen, sondern auch eine veränderte Kultur, die sie offen, neugierig und widerstandsfähig gegenüber Wandel machen.
Diese Haltung entscheidet, ob man sich von der Zukunft treiben lässt oder sie selbst gestaltet.
Innovationsarbeit moderiert von gutkommuniziert.ch
Erkennen Sie mit gutkommuniziert.ch früh, was Ihr Unternehmen morgen herausfordert. Ich begleite Unternehmen dabei, ihre Zukunftsarbeit nicht dem Zufall zu überlassen, mit moderierten Workshops und einem klugen Methodeneinsatz.
Ich zeige Ihnen, wie Sie mit einem frischen Blick auf Ihr Geschäftsmodell neue Chancen sichtbar machen. Gerade bei Innovationsarbeit hilft ein präziser Aussenblick, um Schwachstellen zu erkennen, Denkfehler aufzudecken und daraus konkrete nächste Schritte abzuleiten.
Mit meiner Erfahrung aus dem Master of Business Innovation-Studium und der frischen Methodenkompetenz begleite ich Unternehmen dabei, Zukunft nicht nur zu beobachten, sondern aktiv zu gestalten.
Es entstehen Denkansätze und Strategien, die nicht nur gut klingen, sondern die Unternehmen im Alltag weiterbringen.
Und die Umsetzung von Zukunftsarbeit benötigt auch Kommunikation: eine klare Sprache und präzise Formulierungen, damit alle involvierten Stakeholder dasselbe verstehen und sich gemeinsam ausrichten können.
Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, Ihr Unternehmen robuster, klarer und zukunftsfähiger zu machen. Ich freue mich auf das Gespräch mit Ihnen.
Liebe Grüsse
Ralf Stöckli
